Nach dem erfolgreichen Auftakt mit unserem Schüler-Blogbeitrag von Monika „Castelfidardo – Wiege des Akkordeon„, in dem Sie von ihrem Akkordeonproblem und dessen Lösung berichtete, folgt heute ein nicht wenig spannender Beitrag von Roberto. Er ist ebenfalls ein Schüler aus unserem Akkordeonkurs. Roberto hatte zwar keine Probleme mit seinem Akkordeon, aber dafür ein anderes. Wir fanden es so inspirierend, wie Roberto das Thema angegangen ist, dass wir ihn gebeten haben, hier darüber zu berichten.

„Das Ei ist hart“ – oder warum Musiker ein Metronom brauchen

Wer kennt sie nicht? Loriots „Szenen einer Ehe“, bei dem sich der Mann bei seiner Frau Berta, mit vorwurfsvollem Ton, über ein zu hart gekochtes Frühstücksei beklagt. Das daraus resultierende Wortgefecht versucht vergeblich die Frage zu beantworten, ob mit dem Gefühl von Berta etwas nicht stimmt und warum das Ei nicht exakt mit der Uhr 4 1/2 Minuten gekocht wurde.

Was hat nun Loriot’s “ Das Ei ist zu hart“, mit einem Metronom zu tun? Nun, ein Musiker sollte sich beim Üben eben auch nicht nur auf sein „Gefühl“ verlassen, sondern mittels eines Metronoms sein Taktgefühl trainieren und kontrollieren.

Wie finde ich das richtige Metronom?

Die Suche nach so einem „Taktgeber“ kann sich unter Umständen, wie in meinem Falle als ganz schön schwierig erweisen, was mich nach zwei suboptimalen Fehlkäufen, dazu brachte, mir ein preiswertes Metronom selbst zu bauen.

Reicht ein billiges Metronom?

Versuch Number One! Mein erster „Taktgeber“ war ein winziges digitales Metronom für 12 Euro zum Anklippen am Notenständer – von der Idee her nicht schlecht. Allerdings rollten sich bei mir bereits beim ersten Klick die Fußnägel nach oben und spätestens beim zweiten Klack wanderte das Gerät auf schnellstem Weg zurück zum Hersteller. Der Ton erinnerte mich an einen defekten Rauchmelder – Gehörkrebs vorprogrammiert.

Ist der Klang des Metronoms wichtig?

Versuch Number Two. Das zweite Metronom, ein Wittner MT 50 war mit 32,90 Euro schon um einiges teurer. Was die Größe und Handhabung betrifft war es um einiges besser, allerdings war nicht einmal eine Batterie mit dabei und das Gehäuse war aus billigstem Plastik. Zudem war mir auch der Ton für mein Gehör immer noch unangenehm und zu laut, was ich durch ein Filzpad in der Schallöffnung und einer Halbkugel aus Holz am Gehäuse lindern konnte. Dennoch machte mich die Lösung nicht wirklich happy. Deshalb teilte es sein Los mit Number One – the way back home.

Und jetzt? Bekanntermaßen sind aller guten Dinge drei :-)

Das DIY-Metronom

Alle Metronome, die mir klanglich gefallen, haben ein Echtholzgehäuse, sind mechanisch und bewegen sich preislich zwischen 100 – 150 Euro, ….was ich mir nicht leisten kann. Also blieb mir nur noch eine Lösung übrig: Einfach selber machen. Angeblich können wir Schwaben alles außer Hochdeutsch.

Gesagt, getan! Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Als Basis dient ein mechanisches Wittner Taktell super mini für 39 Euro, Multiplexholz für das Gehäuse, hole ich mir immer bei Sperrmüllaktionen, schwarzer Filz für die Basis, schwarzer Hammerschlaglack, gab es gerade bei Lidl für 5 Euro, Holzleim und ein altes Messingnamensschild, Messingknopf als Spitze. …

Materialbedarf für DIY-Metronom

Materialübersicht für mein DIY-Metronom

DIY-Metronom, ohne Taktell im Rohling

fertiger Korpus/Gehäuse für das Taktell

DIY-Metronom, fertig als Rohling im Einsatz

fertiger Korpus mit eingesetztem Taktell

Und so sieht nun das fertige Metronom aus :-)

DIY-Metronom, fertig

fertiges Metronom im Einsatz

Wer sich von meinen Musiker,- und Akkordeonfreunden ein Metronom zulegen möchte, sollte sich also im Vorfeld gut überlegen, was genau möchte ich und wieviel Geld möchte ich ausgeben, bzw. steht zur Verfügung. Will ich ein billiges digitales Metronom aus Plastik mit Batterie (Umwelt!), oder lieber etwas mechanisches aus Holz?

Wenn Geld keine Rolle spielt würde ich ein solides aus Holz ohne Schnickschnack empfehlen, denn es soll ja im Endeffekt nur die genaue Taktgeschwindigkeit vorgeben. Wer aufs Geld achten muss, so wie Meinereiner und etwas Handwerkliches Geschick hat, kann sich für relativ geringen finanziellen Aufwand etwas solides, individuelles selbst basteln. Mit etwas selbst Erschaffenen, macht das üben mit einem Metronom gleich doppelt so viel Spaß.

Bei eventuellen Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Tick, Klack, Klack, Klack.

Mit musikalischen Grüßen

Roberto

Vielen herzlichen Dank lieber Roberto für diesen inspirierenden Beitrag. Es zeigt einfach einmal mehr, dass man mit kreativen Lösungen immer Wege findet, wo man zuerst einfach nur aufgeben möchte. Aufgeben ist aber keine Option – Dranbleiben bringt einen weiter!

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