Welche Gitarre für Anfänger? E-Gitarre oder Akustik?

on Donnerstag, 25 September 2014. Posted in E-Bass

Welche-Gitarre-fuer-AnfaengerDie Entscheidung, die Gitarre spielen zu lernen, ist meist schnell gefällt. Viele Musikliebhaber stehen dann jedoch vor der Frage: Welche Gitarre für Anfänger?

Nicht selten wird der Tipp gegeben, erst auf einer akustischen Gitarre das Spiel zu erlernen, selbst wenn die gewünschte Richtung schließlich in die der E-Gitarre gehen soll. Die akustische Gitarre wird nicht mit einem elektrischen Verstärker gesehen. Daher wird die Frage: „Welche Gitarre ist für Anfänger geeignet?“, eben meist mit der Akustik-Gitarre beantwortet. Hier ist einfach weniger Technik und Zubehör erforderlich.

Doch gleich ob man sich für eine Akustik- Gitarre oder E-Gitarre entscheidet, sollte die Fachberatung in einem Geschäft nicht unterschätzen werden. Gerade für Anfänger wird hier eine wertvolle Entscheidungshilfe geboten.

Welche Gitarre für Anfänger - Western- oder Konzertgitarre?

Für eine einfache Begleitung von Liedern und Gesängen mit verschiedenen Akkorden ist es egal, ob der Griff zu einer Western- oder einer Konzertgitarre geht. Wer sich unsicher ist, sollte sich fragen „Welche Gitarre passt zu mir“ und diese Frage am besten mit dem direkten Test im Geschäft beantworten. Musiker, die gerne Klassik spielen, sind mit einer Konzertgitarre besonders gut bedient. Soll es eher in Richtung Blues oder Fingerpicking gehen, so ist die Westerngitarre einfach die bessere Wahl.

Bei der Auswahl der akustischen Gitarre sollte unter anderem auf folgende Punkte geachtet werden:
  1. Halsbreite
  2. Saitenart
Die Halsbreite ist wichtig, damit die Saiten gut gegriffen werden können. Musiker mit kleinen Händen sollten auf einen möglichst schmalen Hals achten. Bei den Saiten wird zwischen Nylon und Stahl unterschieden. Wer später gerne auf E-Gitarre umsteigen möchte, der sollte direkt mit Stahlsaiten beginnen. Das macht den Umstieg deutlich leichter. Nylonsaiten beanspruchen dagegen die Finger deutlich weniger. Somit ist die Konzertgitarre vor allem für Kinder sehr geeignet. Hier gibt es im Zweifelsfall auch kleinere Modelle.

Doch mit E-Gitarre starten?

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, erst einmal auf einer Akustik-Gitarre das Spiel zu lernen und später auf eine E-Gitarre umzusteigen. Doch ganz so einfach lässt sich die Entscheidung zwischen E-Gitarre und Akustik Gitarre dann doch nicht treffen. Inzwischen sind viele Gitarrenlehrer der Meinung, dass es durchaus möglich ist, auch direkt mit der E-Gitarre zu beginnen. Schließlich wurde in den letzten Jahren enorm viel Unterrichtsmaterial speziell für E-Gitarreneinsteiger entwickelt.

Letztendlich ist die Entscheidung immer von der gewünschten Musikrichtung abhängig zu machen. Gerade Fans rockiger Musik, die aus genau diesem Grund Gitarre lernen möchten, liegen oft richtig, wenn sie direkt mit der E-Gitarre beginnen. Denn eine gute Einsteiger E-Gitarre ist heute in der Anschaffung gar nicht mehr so teuer, so dass der Preis hier kein entscheidendes Kriterium ist.

E-Gitarre Einsteiger: Darauf ist zu achten

Welche E-Gitarre den eigenen Wünschen entspricht, ist natürlich immer eine persönliche Sache. Viele Musiker, die mit dem Spiel beginnen möchten, haben eine ganz besondere Vorstellung davon, wie die Gitarre aussehen soll. Das Design ist jedoch bei einer Einsteiger E-Gitarre erst einmal nebensächlich. Viel wichtiger ist es, auf Qualität und Ausstattung zu achten. Wichtig zu wissen: Zum Kauf der E-Gitarre gehört immer auch ein Verstärker. Dieser wird als „Amp“ bezeichnet.

Eine E-Gitarre wird aus Holz gefertigt, das ist bei allen Herstellern der Fall. Allerdings variieren die verwendeten Holzarten deutlich. Während der bekannte Hersteller Fender vor allem mit Erle und feiner Esche arbeitet, setzt Gibson eher auf Mahagoni.

Die Art des Holzes beeinflusst den Klang, was ein Fachgeschäft aber einfach demonstrieren kann. In der Regel verfügen die E-Gitarren über Stahlsaiten, die sicher verarbeitet sein sollten. Klangregler und Lautstärkeregler sind meist in den Modellen verbaut und werden über einen Schalter bedient. Auch hier unterscheiden sich die einzelnen Modelle nur unwesentlich.

Den passenden Verstärker gibt es einzeln oder, je nach Anbieter, auch im Set mit der Gitarre. Gerade in der Anfangsphase muss es sich hier noch nicht um ein besonders hochwertiges Stück mit unzähligen Funktionen handeln. Es gibt heutzutage auch für ein Gitarreneinsteiger sehr günstige und vielseitige Verstärker.

Sets als Einstieg für das Spiel mit der E-Gitarre?

Für E-Gitarren Einsteiger ist es auch Interessant, dass einige Hersteller inzwischen ganze Sets anbieten. Hier bekommt man Gitarre, Verstärker und das ganze Zubehör (Kabel, Gurt, Plektren, Stimmgerät…) in einem praktisch zusammengestellten Paket. Und das meist zu sehr günstigen Preisen. So hat man mit einem Kauf gleich ein ganzes Set, und muss sich die Einzelelemente nicht mühsam zusammensuchen.

Mit gebrauchten Gitarren auf Qualität setzen

Wer lieber gleich auf ein namhaftes Modell setzen, dafür jedoch nicht zu viel Geld ausgeben möchte, der kann auch nach einer gebrauchten E-Gitarre Ausschau halten. In einigen Fachgeschäften werden gebrauchte, aufbereitete Geräte zu günstigen Preisen angeboten. Auch im Internet gibt es einen großen Markt für gebrauchte E-Gitarren. Als Grundlage für die Suche nach einer hochwertigen Gitarre ist immer ein Testbericht hervorragend geeignet. Es gibt viele Testberichte, in denen beispielsweise folgende Modelle gut abgeschnitten haben:
  • Fame Forum IV SD BK
  • Ibanez RG1XXV
  • Squier by Fender J Masics Jazzmaster
Wer also ein gebrauchtes Instrument kaufen möchte, der der sollte sich vorab gründlich informieren und vielleicht auch noch einen Experten beim Kauf beratend hinzuziehen.

Fazit

Ob E-Gitarre oder Akustik-Gitarre kann eigentlich nur jeder für sich selbst entscheiden. Diese Entscheidung wird beeinflusst durch die Frage, wo die persönlichen Interessen liegen, in welche Musikrichtung es gehen soll und ob schon Vorwissen vorhanden ist. Sowohl auf der Akustik- als auch auf der E-Gitarre können Anfänger durchaus gut starten.

Kommentare (6)

  • Bernd

    Bernd

    25 September 2014 um 22:18 |
    Meine Meinung zu dem Thema ist denkbar einfach:

    Jeder soll das spielen, zu was er mehr Bock hat. Die früher vorherrschende Meinung, dass man zuerst Akustik- Gitarre lernen sollte, das habe ich NIE verstanden.

    antworten

  • Dennis

    Dennis

    25 September 2014 um 22:41 |
    Ich habe direkt mit E-Gitarre gestartet. War nie der "softe" Typ. Hatte circa 4 Monate Unterricht, war mir zu langweilig. Spiele jetzt seit 10 Jahren und kann trotzdem alles was Freunde, die lange Zeit Unterricht hatten, auch und teilweise sogar mehr.

    antworten

  • Bernhard Galler

    Bernhard Galler

    25 September 2014 um 22:42 |
    Die Auffassung, dass man erst mit Akustikgitarre starten muß, ist zwar längst überholt, aber nicht kleinzukriegen. Ich persönlich habe vor 30 Jahren mit Konzertgitarre begonnen, nicht weil ich mußte oder es empfohlen bekommen habe, sondern weil ich es selbst so wollte! Ich mochte und mag immer noch gerne klassische Literatur der Gitarre und hab mich damals halt an einfachen klassischen Etüden versucht. Ein Jahr später war ohnehin die E-Gitarre fällig und das war's dann ...
    Kurzum: Mit dem Instrument beginnen, das dem eigenen Musikgeschmack und den eigenen Absichten am besten entspricht. Wer bock auf Rock hat, kann ruhig gleich zur E-Gitarre greifen.
    Idealerweise ins Fachgeschäft gehen, sich beraten und - falls man selbst noch nichts spielen kann - vorspielen lassen, dann wird einiges klarer.
    Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick geben. Wer mag, darf gerne auch meine Website samt Blog unter www.bernhardgaller.com besuchen. Ich freue mich!

    antworten

  • Andreas Vockrodt

    Andreas Vockrodt

    26 September 2014 um 12:38 |
    Es gibt da ja die traditionelle Haltung: "Man muss unbedingt mit Konzertgitarre beginnen"...allerdings gibt es eben heute völlig andere Möglichkeiten E-Gitarre zu unterrichten und man kann damit inzwischen auch problemlos direkt anfangen! Die Techniken sind anfangs sehr ähnlich und ich denke, man darf sich ganz einfach musikalisch und nach Geschmack entscheiden.

    antworten

  • Frank Perrey

    Frank Perrey

    26 September 2014 um 12:45 |
    ... ich habe Anfang der 70er mit einer Konzertgitarre angefangen und sehr bald ein gebrauchte E-Gitarre dazugekauft. Ein Vorteil von Nylonsaiten ist sicher erst mal die geringere Belastung der Fingerkuppen. Das fand ich angenehm. Die Frage, wie tief ich in die Materie Musik überhaupt einsteigen will, ob ich interessiert bin an Ausdruck und allen Nuancen, die Gitarrenspiel zu bieten hat, oder ob ich einfach ein bisschen rumklampfen will, ist sicher fanz entscheidend. Akustische Instrumente bieten für mein Gefühl, zumindest in Kombination mit einem guten Lehrer, eine solide Basis für den Umgang mit Saiten, die daraus gewonnenen Erkenntnisse lassen sich teilweise später auf ein E-Instrument übertragen bzw. erweitern. Die kids, die auf einer E.Gitarre gleich zu Anfang in Zerrmatsch-Orgien landen (und leider sind die meisten Anfänger-Sets ja gerade im Bereich Amp eher nicht ganz so erheiternd ... ), haben sicher auch ihren Spaß, und der sei ihnen gegönnt. Aber auf diese Weise geht eben ein wesentlicher Teil der Ausdrucksmöglichkeiten, und nicht zu unterschätzen, der Selbstkontrollmöglichkeiten, den Bach runter.

    antworten

  • Helmut Jungkunz

    Helmut Jungkunz

    26 September 2014 um 19:42 |
    Es gibt im Wesentlichen zwei Antworten: Das Ziel ist der Weg - wohin soll die Reise gehen? Wenn ein Bandtraum besteht dann ne E-Gitarre, am besten ne günstige Squire-Strat, die fürs Geld sehr gute Qualität bieten. Wenn Folk oder Liedermachen Dein Ziel ist dann auf jeden Fall eine gute akustische Gitarre, Westerngitarren wie auf de mBild sind üblicherweise für Anfänger eine Qual. Eine mittlere Konzertgitarre (Hopf oder so was) gibt es teilweise auch mit eingebautem Tonabnehmer-System, ist aber nicht notwendig. Der Weg über die akustische Gitarre führt meist über steinige Klassik-Wege, die sich aber letztendlich lohnen, Fingerpicking und Synchronität der Hände werden dadurch sehr gefördert. Diese Techniken kann man auch in der E-Welt anwenden. Wichtig ist: kauft Euch niemals eine "billige" Gitarre, Ihr schadet Euch selbst und der Wiederverkaufswert ist vergessenswert.

    antworten

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

Login / Logout