Unser Klavier Lehrer Andreas Czeppel im Interview

on Donnerstag, 15 Januar 2015. Posted in Klavier

Klavier Lehrer Andreas Czeppel im InterviewVielen Dank Andreas für die Möglichkeit zum Interview. Stelle dich doch kurz vor, vielleicht kennen dich noch nicht alle Leser dieses Blogs.

Ich bin Andreas Czeppel, Klavierlehrer und Musiker. Ich unterrichte im Großraum Stuttgart an mehreren Musikschulen und hab' dort insgesamt etwa 70 Schüler. Live spiele ich hauptsächlich mit verschiedenen Rock-Funk-Soul-Coverbands. Jedoch spiele ich auch solo als Pianist oder auch mal in 'ner kleineren Jazzformation.

Wie bist du auf das Klavier gekommen?

Ich hab' mich schon immer für Klavier/Keyboards, Bass, Gitarre und Schlagzeug interessiert, hab' jedoch gemerkt, dass sich das Klavier/Keyboard am “Natürlichsten“ für mich anfühlt. So hatte ich mein Hauptinstrument gefunden, wobei ich auch in letzter Zeit als Bassist unterwegs bin.

Was hat dich bewogen einen Online-Klavierkurs zu erstellen?

Zunächst sah ich es als neue „Herausforderung“. Es ist doch mal eine Aufgabe, eine ganze Serie von Videos zu drehen, die aufeinander planvoll und strukturiert aufbauen. Potentielle Schüler, die nicht die Zeit oder die Möglichkeit haben, zu einem Lehrer zu gehen, sollen hier für sich eine Anleitung finden, das Klavierspielen zu lernen.

Wo liegen die Vorteile?

Viele Schüler haben einen so vollen Zeitplan, dass sie nicht die Zeit finden, wöchentlich zu einer konkreten Zeit zu einem Lehrer zu gehen. Viele möchten sich ihre Zeit selbst einteilen und vielleicht sich auch dann mit dem Klavier auseinandersetzen, wenn nirgendwo mehr unterrichtet wird (beispielsweise spät abends nach der Arbeit oder sonntags). Die Schüler können sich die Videos jederzeit und vor allem auch so oft sie wollen ansehen.

Hattest du irgendwelche Bedenken vor dem Start des Projekts?

Klavier Lehrer Andreas Czeppel im InterviewEs fehlt der direkte Kontakt zum Schüler, so dass der Lehrer nicht die Möglichkeit hat ihm auf die Finger zu schauen und ihn zu unterbrechen, wenn es erforderlich erscheint. Es ist ja auch wichtig, dass der Schüler sich möglichst früh, vernünftige und natürliche Bewegungsabläufe beim Klavierspiel aneignet. Jedoch kann der Schüler sich ja die Videos ganz genau anschauen (und das vor allem so oft, wie er möchte) und genau darauf achten, was der Lehrer sagt, um dann die Aufgaben richtig zu meistern.
Der Unterricht ist nicht individuell, was in der Natur der Sache liegt, wenn ein Kurs für eine Vielzahl von Personen angeboten wird. Es gibt Schüler, die wollen keine Klassik spielen, andere Schüler wollen keinen Jazz spielen, jüngere Schüler wollen “Aktuelles“ spielen, ältere Schüler wollen “Klassiker aus vergangen Tagen“ spielen. Jedoch ist dieser Anfängerkurs so konzipiert, dass er die Grundlagen vermitteln soll, die man – egal in welche Richtung man später gehen möchte – beherrschen sollte. Er setzt sich auch sowohl mit dem Spielen nach Noten, als auch dem freien Spielen nach Akkordsymbolen und auch dem Improvisieren auseinander.

Was sind die größten Probleme bei Anfängern und welche Tipps kannst du ihnen geben?

Vielen Schülern fehlt Geduld. Sie hören beispielsweise einen Pianist spielen und sagen sich, so möchte ich auch spielen können, vergessen aber dabei, dass das oftmals Leute sind, die jahrelang jeden Tag viele Stunden unermüdlich geübt haben und zusätzlich auch noch talentiert sind. Es muss klar sein, dass wenn man ein hohes Niveau erreichen möchte, sehr viel Arbeit vor sich hat, die sich über viele Jahre erstreckt und nicht jeder jedes Niveau erreichen kann. Jedem dürfte auch klar sein, dass beispielsweise jemand der jeden Tag 4-5 Stunden übt, bessere Voraussetzungen mitbringt, als jemand der nur jeden zweiten Tag 20 Minuten übt. Das gute an diesem Onlinekurs ist, dass jeder Schüler selbst entscheiden kann, wie schnell und intensiv er ihn durcharbeiten möchte.

Klavier Lehrer Andreas Czeppel im InterviewEin weiteres Problem ist, dass viele Schüler denken, manche Dinge seien unglaublich schwierig, obwohl dies nicht der Fall ist. Bestes Beispiel ist das Thema “Notenlesen“. Ich erlebe es immer wieder, dass Schüler am Anfang meinen, das sei so kompliziert. Der Punkt ist jedoch, dass man das Notenlesen genau so lernen kann, wie Buchstaben und Worte zu lesen. Man muss sie sich halt anschauen und merken, wie man das auch in der Schule mit den Buchstaben machen musste und dann klappt das. Ein weiteres Beispiel ist das Spielen von Akkorden.
Viele Schüler denken am Anfang, es sei unmöglich mehrere Tasten gleichzeitig zu spielen. Wenn sie es dann ein paar Wochen lang machen, lachen sie und sagen: das ist ja einfach.

Die Schüler sollten sich also vor Neuem nicht erschrecken lassen, in aller Ruhe ihre Aufgaben angehen und Geduld mitbringen. Sie sollten natürlich auch regelmäßig üben. Der eine hat mehr Zeit, der andere weniger; aber es sollte einfach eine gewisse Regelmäßigkeit da sein mit der man übt. Es empfiehlt sich auch beim Üben stets Pausen einzuhalten. Und eine Stunde effektiv geübt kann mehr wert sein, als beispielsweise 2 unkonzentrierte Stunden.

Wie hältst du dich als Musiklehrer auf dem Laufenden?

Ich schau' mir regelmäßig Zeitschriften, DVD's und Bücher an und tausch mich oftmals mit Kollegen aus. Und die Praxis mit einer relativ hohen Schülerzahl zeigt mir, was “am Laufen“ ist.

Danke für das Interview


Informationen zum Kurs und Bestellung hier: Klavier lernen mit Andreas Czeppel

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