Andreas Vockrodt - E-Gitarrenlehrer, Gitarrenweltrekordorganisator, ... im Interview

on Samstag, 04 Oktober 2014. Posted in E-Gitarre

AndreasVockrodtHeute haben wir etwas ganz besonderes für Euch. Wir haben Andreas Vockrodt gefragt, ob er zu einem Interview bereit ist. Viele unserer Besucher haben schon viel von ihm gehört und vielleicht auch schon seinen kostenlosen AC/DC- Workshop durchgearbeitet; aber viel mehr wissen viele nicht über Andreas.

Eines zuerst vorne weg. Andreas ist ein extrem cooler und sehr sympathischer Typ. Es macht Spaß sich mit ihm zu arbeiten und er geht auf der Bühne auch richtig ab. So, wie man es von einem Gitarristen halt erwartet.

Doch hier nun gleich zum Interview.

Viel Spaß! 

 


 

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Möglichkeit zu dem Interview. Stelle dich doch den Besuchern von www.meineMusikschule.net kurz vor. Vielleicht kennen Dich noch nicht alle Leser unseres Blogs.

Ich bin Andreas Vockrodt, Gitarrenlehrer und Musiker. Manch einer kennt mich vielleicht noch von meiner Band Gallery mit der ich mal 5 Wochen in deutschen Single Charts war (mit dem Titel BLUE) … oder als Veranstalter des Gitarrenweltrekord, mit dem ich 2009 einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde bekam.

Ich unterrichte E-Gitarre schon seit 1995, habe jede Menge Unterrichtsmaterial und komponiere nebenher ständig fleißig. Live spiele ich hauptsächlich mit meiner Coverband Partyblues, sowie als Aushilfe bei diversen anderen Bands. In Kürze erscheint mein Instrumental Rockalbum und eine Blues-CD ist auch in Vorbereitung.

 

 

Wie bist Du eigentlich auf E-Gitarre gekommen? War das Instrument immer schon Dein Jugendtraum, oder war das eher Zufall?

Zur E-Gitarre kam ich irgendwie in meiner Jugend über die Rockmusik und Blues. Relativ schnell wurde die Begeisterung sehr groß und es entwickelte sich der Wunsch das professionell zu machen. Daraufhin hab ich das studiert und irgendwann hat’s geklappt.

 

 

Spielst Du auch noch andere Instrumente? – und wenn Ja: Was?

Auf der Bühne bin ich oft auch Sänger, bei Aufnahmen spiel ich ab und zu auch Bass.

 

 

Du unterrichtest ja nicht nur als Musiklehrer im Raum Stuttgart, sondern hast ja auch in Kooperation mit uns einen Online- Videokurs für E-Gitarre entwickelt. Was hat Dich zu diesem Schritt bewegt? Das ist ja nicht gerade die übliche Art des Unterrichts.

„Das 1. Jahr E-Gitarre Lernen“ hatte ich mal als Hausarbeitsthema bei einer Musiklehrerfortbildung, und mit der Zeit und hat sich die Idee entwickelt, das als Videokurs umzusetzen.

Das Internet bietet einfach neue Möglichkeiten und es hat mich gereizt.  Auf Youtube findet man ja eine riesige Anzahl an Lehrvideo, aber die meisten greifen Themen nur einzeln und ungenau auf. Für mich lag der Reiz darin, so etwas mit Plan und Struktur zu erstellen.

 

 

Wo siehst Du die wesentlichen Vorteile eines solchen Unterrichts?

Na die Vorteile liegen in den Veränderungen unserer Welt. Es gibt einfach immer mehr Menschen, die keine Zeit für regelmäßigen Unterricht haben. Flexiblere Arbeitszeiten, Geschäftstermine oder auch unser Schulsystem machen es immer schwerer für Einrichtungen wie Musikschulen und Sportvereine.

Der Unterricht per Video hat die großen Vorteile: Die Videos sind jederzeit abrufbar, der Unterricht ist beliebig oft wiederholbar und das Ganze ist auch noch unabhängig vom Ort. Somit entfällt also auch so was wie Anfahrtszeit oder Parkplatzsuche.

 

 

AndreasVockrodt-E-GitarreHattest Du auch Bedenken vor dem Start des Projektes?

Was fehlt ist natürlich die direkte Kommunikation mit dem Lehrer in der Unterrichtsstunde, und die Kontrolle. Aber das ist natürlich bei Videokursen grundsätzlich normal und ein bisschen nennt man das vielleicht moderne Pädagogik. Der Schüler hat dafür z.B. über das Forum jederzeit die Möglichkeit ein Feedback zu bekommen und zwar nicht nur vom Lehrer, sondern auch von anderen Schülern.

Ein anderes Bedenken war anfangs „Wie drehe ich die Videos?“. Wie kann man das technisch und visuell umsetzten, so dass der Schüler genau versteht, wie und was er üben sollte? Das war natürlich eine echte Herausforderung; ich habe viel mit Kameraeinstellungen herum probiert und das im realen Unterricht mit meinen Schülern auch getestet. Und das Ergebnis spricht nun für sich ;-)

Das letzte Bedenken war: Wie führe ich den Schüler durch ein ganzes Jahr Gitarrenunterricht von Anfang an, so dass er auch wirklich was lernt und das eben Schritt für Schritt in der richtigen Reihenfolge? Glücklicherweise hatte ich genau dieses Thema eben schon mal in einer Musiklehrerfortbildung und ich musste das „nur noch“ per Video umsetzen. Und genau diese Vorbereitung für den Kurs hat mich dann fast genau 1 Jahr gekostet!

 

 

Was sind denn eigentlich aufgrund deiner Erfahrung immer die größten Probleme oder Hürden von Anfängern? – und was empfiehlst Du ihnen aufgrund deiner Erfahrung?

Na ja, das hängt ein bisschen an der Motivation des Schülers. Warum will man E-Gitarre lernen?

Meist ist es ein Song oder eine Band und dann will man genau das spielen. Aber leider muss man natürlich erst mal spielen lernen - und die spezielle Band verlangt möglicherweise (oder sehr wahrscheinlich) eine bestimmte Technik und dazu vielleicht sogar Wissen auf dem Instrument. Und um dahin zu gelangen, muss man eben einen bestimmten Weg bestreiten und der ist vielleicht steinig.

Ich empfehle: Vertraut eurem Lehrer, übt fleißig und der Spaß kommt garantiert. Und dieser  hält dann auch lange!

 

 

Anfänger verlieren manchmal sehr schnell die Lust am Instrument, denn ein Instrument richtig spielen zu lernen ist oft mit sehr viel üben verbunden. Wie hast Du das Thema in deinem Videokurs aufgegriffen? Und was ist deine Empfehlung an die Schüler?

Ja das Durchhalten ist ein wichtiges Thema, aber es lohnt sich.

In meinem Videokurs hab ich immer Tipps versteckt, wie man sich zum Üben motiviert und Abwechslung in den Umgang mit dem Instrument bekommt. Wichtig ist es auch in kleinen, einfachen Schritten zu üben. Das bringt immer wieder Zwischenerfolge.

Beschäftigt euch natürlich auch mit euren Stars und probiert Sachen aus, obwohl sie noch nicht im Lehrplan stehen. Interessant sind auch so kleine Helferprogramme wie z.b. Guitar Pro - hier kann man ganz einfach mit Schlagzeug und kompletten Playbacks üben. Und selbstverständlich, tauscht euch auch mit anderen aus. Wir haben ja extra eine Community hierfür eingerichtet.

 

 

Was sind denn eigentlich deine 5 besten Tipps für Anfänger zum Lernen von E-Gitarre?

  • Geduld – ein Instrument zu lernen ist mit etwas Fleiß verbunden; aber es lohnt sich für den Spaß
  • Kauft Gitarre, Verstärker + Zubehör in einem Musikladen beim Verkäufer Deines Vertrauens. Diese Beratung spart Dir auf Dauer garantiert wesentlich mehr als vielleicht die paar Euro, die man beim Internetkauf herausholen kann. Eine gute Beratung kann zu einer langen Beziehung werden und Dir immer wieder viel Ärger ersparen.
  • Geh kreativ an das Instrument heran. Versuche die Übungen Deines Lehrers anzuwenden wenn Du Songs nachspielst, eigene Sachen komponierst oder improvisierst.
  • Hör zu! Hör Dir Deine Lieblingssongs an und versuche Dein Instrument zu entdecken. Was spielt der Gitarrist
  • Musik braucht Rhythmus. Es gibt keine Musik ohne Rhythmus, also sollte man dieses Thema immer im Kopf behalten. Mein großer Trick: Klopfe mit dem Fuß Viertelnoten zu allem was Du spielst.

 

 

Wie hältst Du Dich als Musiklehrer auf dem Laufenden? Gibt es hier spezielle Magazine die Du liest, besuchst Du Workshops bei anderen Lehrern, oder was machst Du?

Ich lese natürlich die großen deutschen Gitarrenmagazine Guitar, Gitarre Und Bass, besuche immer wieder Fortbildungen und Workshops. Ich kaufe mir regelmäßig neue Lehrbücher und DVDs – und höre ständig selbst neue Songs raus und komponiere auch viel. Es gibt eigentlich kein Ende.

 

Zum Abschluss habe ich nochmals eine private Frage – dann kommen wir zum Schluss.
Viele lernen ja ein Instrument um etwas Abwechslung  von Schule und Beruf zu haben. Was machst Du eigentlich in Deiner Freizeit?

Bei Musikern muss man als Hobby auf jeden Fall noch mal die Musik nennen. Das hat auch unabhängig vom Beruf noch einen großen Anteil und ich schaue mir z.b. auch regelmäßig live Konzerte an. Ansonsten treibe ich recht viel Sport (Jogging, Fitness, Yoga) und bin ein Filmfreak. Ab und an gönne ich mir ein Sachbuch, meist zu archäologischen Themen (Ägypten, Mayas…), Astronomie oder auch mal ein Roman.

 

 

Cool, vielen Dank Andreas für das nette Interview.

Obwohl wir uns selbst nun schon eine gute Zeit lange kennen, habe selbst ich noch einiges neues erfahren. Ich wusste z.B. gar nicht, dass Du Dich auch noch mit archäologischen Themen beschäftigst. Es ist doch immer wieder interessant, was für Hobby’s dass manche haben.

 

Das Interview habe ich (Siegmar) für mit Andreas geführt.

 

Wer den E-Gitarren- Videokurs von Andreas noch nicht kennt, der findet hier weitere Informationen:

Auch wenn ich sehr viele spannende Themen und Tipps aus Andreas herausgelockt habe, so hast Du vielleicht auch noch die eine oder andere Frage. Und diese kannst Du gerne hier als Kommentar hinterlassen; Andreas wird sich bemühen, diese hier dann auch noch zu beantworten.

Also postet Eure Fragen!

Kommentare (3)

  • Bernd Weber

    Bernd Weber

    04 Oktober 2014 um 22:42 |
    Huhu Foggy,

    cool, dass du dieses Interview gemacht hast. Ich wusste gar nicht, dass Du gelegentlich dich auch am E-Bass auslässt. Willst Du mit mir in Wettbewerb treten? :-o

    Deine 5 Tipps für die Anfänger finde ich übrigens gut. Vor allem das mit der Geduld.

    Wenn zu mir so etwas ältere Schüler kommen, denen kann es meist nicht schnell genug gehen. Manchmal denke ich, dass die alles vergangene auf einmal wieder einhohlen möchten. Ist das eigentlich eine Auswirkung der midlife crisis?

    Na gut; hau rein uns lass ich Mucke jucken :-)

    Halt; eine Frage habe ich doch noch. Du hast geschreiben, dass Du 1995 mit dem Unterrichten begonnen hast. Wie viele Jahre zuvor hast eigentlich Du mit Gitarre begonnen?

    antworten

    • Andreas Vockrodt

      Andreas Vockrodt

      07 Oktober 2014 um 20:29 |
      Hihi,Bass ist bei mir wirklich nur ne Ausnahme:-)

      Meine ersten Akkustikgitarren versuche waren so grob 1976, mit E-Gitarre habe ich nach einer kleinen Pause so 1983 begonnen.

      antworten

  • Alex Wagner

    Alex Wagner

    20 Oktober 2014 um 15:57 |
    Sehr interessantes Interview gemacht. Vielen Dank dafür!

    antworten

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